Description
Erromyzon cf. sinensis gehört zur Familie der Gastromyzontidae und ist eine der wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärten Flossensaugerarten aus dem Formenkreis um Erromyzon sinensis — einem Komplex eng verwandter Formen aus den klaren, schnell fließenden Bergbächen Südchinas, Vietnams und angrenzender Regionen. Die hier im Handel angebotene cf.-Form stammt aus ähnlichen Habitaten und zeigt die typischen Merkmale der Gattung: ein abgeflachter, stromlinienförmiger Körper in warmen Braun- und Grautönen mit einem dezenten metallischen Schimmer sowie das namensgebende Alleinstellungsmerkmal — ein auffälliger roter Fleck an der Flosse, der diese Art sofort von verwandten Gastromyzontidae unterscheidet. Die zu breiten Saug- und Halteorganen umgebildeten Brust- und Bauchflossen ermöglichen es dem Tier, sich in stärkster Strömung an Steinen, Felsen und sogar der Aquarienscheibe festzuhalten — ein faszinierendes Beispiel hochspezialisierter Anpassung. Die Endgröße liegt bei ca. 10–12 cm; Liefertiere mit 5 cm haben noch erhebliches Wachstumspotenzial.
Das Aquarium für den Rotpunkt Flossensauger ist ein echter Spezialbiotop — und der wichtigste Erfolgsfaktor überhaupt. Starke Strömung und maximaler Sauerstoffgehalt sind keine Option, sondern absolute Grundvoraussetzung: Eine Filterleistung vom 15- bis 20-fachen des Beckenvolumens pro Stunde wird empfohlen. Feiner bis mittlerer, gerundeter Kies oder flache Steine als Bodengrund — Sandsubstrat ist möglich, sollte aber von Kieseln ergänzt werden, damit die Tiere natürliche Ruheplätze finden. Große, flache Steinplatten sind unverzichtbar als Ruhezonen in der Strömung. Das Becken sollte ab 120 Litern mit einer Mindestlänge von 100 cm geplant werden. Bepflanzung mit Quellmoos (Fontinalis antipyretica), Javafarn oder Anubias ist möglich, sollte aber nicht zu dominant sein. Wasserwerte: pH 6,5–7,5, GH 5–15° dGH, Temperatur 20–25 °C — kühl, klar, sauber. Wöchentliche Wasserwechsel von 30–50 % sind Pflicht. Der Deckel muss engmaschig schließen — Flossensauger sind geschickte Kletterer und Ausbrecher.
Der Rotpunkt Flossensauger ist ein ausgeprägter Omnivor, der in der Natur Insektenlarven, kleine Krebstiere, Algenaufwuchs und organischen Detritus aufnimmt. Im Aquarium werden Algenwaffeln, Spirulina-Tabs und hochwertiges Flocken- oder Granulatfutter gut akzeptiert; ergänzend sollte zwei- bis dreimal wöchentlich Frost- oder Lebendfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven und Tubifex angeboten werden. Blanchiertes Gemüse wie Zucchini, Spinat oder Gurke rundet den Speiseplan pflanzlich ab. Da starke Mitbewerber beim Fressen die scheuen Flossensauger verdrängen können, empfiehlt es sich, das Futter gezielt am Bodengrund zu platzieren und abends nach dem Abdunkeln zu füttern.
Der Rotpunkt Flossensauger ist ein geselliger Fisch, der in Gruppen von mindestens 6–8 Tieren deutlich aktiver, mutiger und weniger stressanfällig ist — Einzelhaltung oder zu kleine Gruppen führen zu Scheu und erhöhter Krankheitsanfälligkeit. Als Mitbewohner eignen sich ruhige, strömungsliebende Kleinfische wie Danio-Arten, Bärblinge oder kleine Schmerlen. Langflossige Fische sollten gemieden werden. Mit Garnelen kommt die Art gut aus — adulte Tiere werden ignoriert, Jungfische finden in bepflanzten Bereichen ausreichend Schutz. Krebse sind als Mitbewohner ungeeignet, da sie die Flossensauger zwicken können. Eine Nachzucht im Aquarium gilt als sehr schwer und ist bislang kaum dokumentiert.





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