Description
Bei dieser Pflanze handelt es sich um einen tropischen Hautfarn aus der Familie Hymenophyllaceae (Dünnfarngewächse) aus den Regenwäldern Borneos, dessen genaue Gattungs- und Artzuordnung noch nicht abschließend geklärt ist. Botanisch kommen die Gattungen Trichomanes oder Crepidomanes als mögliche Einordnung in Frage, da beide auf Borneo weit verbreitet sind und ähnliche Wuchsformen zeigen. Die Familie Hymenophyllaceae ist für ihre außergewöhnlichen, oft nur eine einzige Zellschicht dünnen Wedel bekannt, die ihnen eine fast transparente, glasartige Textur verleihen und ihnen den deutschen Namen Hautfarne oder Glasfarne eingebracht haben. Diese Familie umfasst rund 650 Arten und gehört zu den ältesten und faszinierendsten Farngruppen der Erde.
Das Erscheinungsbild dieses Borneofarns ist von einer zarten, feingliedrigen Eleganz, die im Terrarienbereich ihresgleichen sucht. Der einzelne Wedel wächst an einem auffällig dünnen, fast drahtartigen schwarzen Stiel und entfaltet sich zu einer breiten, fächerartig ausladenden Blattfläche. Die Wedel sind tief eingeschnitten und vielgeteilt, mit charakteristisch gelappt-gezähnten Fiederblättchen, die der gesamten Blattfläche eine fast fransenartige, reich strukturierte Textur verleihen. Die Farbe ist ein sattes, glänzendes Dunkelgrün, das bei Lichteinfall durch die dünne Blattsubstanz eine leicht transluzente, fast leuchtende Qualität entwickelt. Die Oberfläche der Fiederblättchen zeigt eine deutlich erkennbare, kräftig erhabene Nervatur, die das Blattmuster zusätzlich betont. Der Wuchs erfolgt einzelwedelig aus einem kriechenden Rhizom, an dem sich mit der Zeit weitere Wedel entwickeln.
Im Terrarium ist dieser Hautfarn auf extrem hohe und konstante Luftfeuchtigkeit angewiesen — Werte von 90 % und mehr sind ideal und sollten dauerhaft aufrechterhalten werden. Hautfarne sind die anspruchsvollsten Vertreter der Farnwelt in Bezug auf Luftfeuchtigkeit, da ihre einzelschichtige Blattsubstanz keinerlei Verdunstungsschutz besitzt und bei absinkender Feuchte innerhalb kürzester Zeit eintrocknet und stirbt. Geschlossene oder nahezu geschlossene Terrariensysteme sind daher für die Kultivierung dieser Pflanzen nahezu zwingend erforderlich. Der Standort sollte tief beschattet bis gedämpft indirekt beleuchtet sein, direkte Sonneneinstrahlung schadet den empfindlichen Wedeln sofort. Das Substrat und der Untergrund sollten dauerhaft feucht, aber niemals staunass sein. Als Epiphyt gedeiht der Farn besonders gut auf feuchtem Moos, Torfmoos oder feuchtem Totholz, wo er sein Rhizom ausbreiten und die Wedel frei entfalten kann. Temperaturen zwischen 18 und 26 °C sind ideal, starke Schwankungen sind zu vermeiden. Die Pflanze ist langsam wachsend und reagiert empfindlich auf jede Veränderung der Kultivierungsbedingungen. Kalkreiches Wasser schädigt die feinen Wedel. Ausschließlich kalkarmes Wasser (Regenwasser, Osmosewasser) verwenden.
Hinweis: Da es sich um einen taxonomisch noch nicht abschließend bestimmten Hautfarn handelt, beruhen alle Pflegeangaben auf den Bedingungen vergleichbarer Trichomanes- und Crepidomanes-Arten aus den Regenwäldern Borneos. Hautfarne gehören zu den anspruchsvollsten Terrarienpflanzen und eignen sich ausschließlich für sehr erfahrene Pfleger mit entsprechend kondititionierten, feuchten Terrariumsystemen.
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