Description
Cryptocoryne auriculata ist eine der ältesten bekannten und zugleich seltensten Cryptocorynen in der Kultivierung und eine Pflanze, die seit ihrer Entdeckung im 19. Jahrhundert Botaniker und Aquarianer gleichermaßen fasziniert. Das Erscheinungsbild ist unverwechselbar: dickliche, steife, ovate bis dreieckig-ovate Blätter mit einer silbrig-grünen Grundfärbung, über die sich ein dunkles, unregelmäßiges Markierungsmuster zieht, das jedem Blatt das Aussehen einer handgemalten Grafik verleiht. Dieses silbergrüne Marmoriermuster ist so charakteristisch, dass Jan D. Bastmeijer, einer der führenden Cryptocoryne-Experten der Welt, schreibt: Cryptocoryne auriculata ist sofort an ihren eher dicken, steifen Blättern erkennbar, die silbrig-grün mit dunklen Markierungen sind.
Cryptocoryne auriculata gehört zur Familie der Araceae (Aronstabgewächse) und wurde vom deutschen Botaniker Adolf Engler erstmals 1879 wissenschaftlich beschrieben, basierend auf Sammlungen des italienischen Naturforschers Odoardo Beccari, der die Pflanze 1865 und 1867 während seiner Expeditionen in Sarawak gesammelt hatte. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Sarawak im malaysischen Borneo, wo sie an wenigen bekannten Standorten in Bächen und Flüssen vorkommt, sowie nach aktuellem Forschungsstand auch die Philippinen (Palawan und Mindanao). In der Natur wächst C. auriculata zwischen Steinen und Felsen in fließenden Gewässern, was darauf hinweist, dass ihr Lebensraum in der Regenzeit von schnell fließendem Wasser geprägt ist. Diese Wuchsweise als Rheophyt, also als Pflanze, die an das Leben in Strömung angepasst ist, erklärt die dicken, steifen Blätter, die dem Wasserdruck standhalten.
Die Farbwandelbarkeit von Cryptocoryne auriculata ist ein wichtiger Aspekt ihrer Erscheinung. Je nach Lichtverhältnissen, Standort und Nährstoffversorgung variieren sowohl die Intensität des Silbergrüns als auch die Stärke und Deutlichkeit der dunklen Blattmarkierungen erheblich. Bei mehr Licht tritt das Marmoriermuster kontrastreicher hervor, bei schwächerem Licht dominieren gleichmäßigere Grüntöne. Submers kultivierte Exemplare zeigen oft zartere, dünnere Blätter als emers kultivierte Pflanzen, die durch ihre dickliche, ledrige Textur beeindrucken. Die Blattunterseite ist grün, bei manchen Kultivierungsformen mit einem leicht rötlichen Anflug an den Blatträndern.
Die Spatha von Cryptocoryne auriculata ist vergleichsweise kurz und zeigt einen kleinen, weißen Kragen sowie eine purpurrote bis schwärzlich-purpurne Öffnung, die sich leicht nach vorne biegt. Das Innere der Spatharöhre ist purpurrot gefärbt. Berichte über erfolgreiche Blüten in der Kultivierung sind selten und gelten unter Cryptocoryne-Liebhabern als besonderes Ereignis.
Cryptocoryne auriculata gilt in der Kultivierung als anspruchsvoll und wird nur selten dauerhaft erfolgreich gehalten. Viele Exemplare, die in den Aquariumhandel gelangen, verblassen nach kurzer Zeit und gehen ein. Berichten zufolge verträgt sie hartes Wasser besser als viele andere Borneo-Cryptocorynen, was mit ihrer Herkunft aus fließenden, oft mineralreicheren Gewässern zusammenhängen kann. Sie wächst sowohl submers als auch emers und benötigt in beiden Fällen sauberes, stabiles Wasser und einen nährstoffreichen, fein strukturierten Bodengrund. Plötzliche Veränderungen der Wasserwerte lösen wie bei allen Cryptocorynen das bekannte Crypt Melt aus. Sie bevorzugt gedämpftes bis mäßiges Licht und vermehrt sich vegetativ über Ausläufer.
Zur gezielten und gleichmäßigen Nährstoffversorgung empfiehlt sich der NatureHolic NPK Complete, der sparsam und regelmäßig eingesetzt wird.
Silbergrünes Marmoriermuster, dicke steife Blätter, extrem selten in dauerhafter Kultivierung. Cryptocoryne auriculata ist eine Pflanze für erfahrene und geduldige Cryptocoryne-Liebhaber. Eine der ältesten bekannten Borneo-Cryptocorynen und bis heute eine der schwierigsten zu halten.
Du erhältst eine Pflanze mit zwei bis drei frisch submers gewachsenen Blättern in gesundem, vitalem Zustand. Lieferung ohne Topf.
Expertentipp: Möchte man auch das letzte bisschen Farbe herausholen, dann sollte man einen guten Makrodünger nutzen wie zum Beispiel den NatureHolic FE Booster.





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