Description
Anubias barteri var. nana ‚Jade Leaf‘ ist ein Kultivar der wohl bekanntesten und am weitesten verbreiteten Anubias-Varietät innerhalb der Familie der Araceae (Aronstabgewächse). Die Stammvarietät var. nana stammt aus den überfluteten Uferbereichen und Bachläufen Kameruns, wo sie in dichten Polstern auf Steinen und Wurzeln wächst. Der Varietätsname „nana“ entstammt dem Lateinischen und bedeutet schlicht „Zwerg“: Treffender könnte die kompakte Wuchsform dieser Varietät kaum beschrieben werden.
Gegenüber der Nominatvarietät barteri ist var. nana in allen Dimensionen deutlich kleiner und gedrungener. Die Blätter sind rundlich-oval bis leicht herzförmig, mit einer flach eingebuchteten Blattbasis und einer kurz zugespitzten Blattspitze. Die Blattspreiten erreichen typischerweise 3 bis 6 Zentimeter Länge bei einer Breite von 2 bis 4 Zentimetern. Die Gesamthöhe der Pflanze bleibt in der Regel unter 15 Zentimetern, was var. nana zur klassischen Vordergrund- und Mittelgrundpflanze im Aquarium macht. Der Rhizom verzweigt sich bei dieser Varietät besonders bereitwillig und bildet mit der Zeit dichte, kompakte Polster.
Das Besondere am Kultivar ‚Jade Leaf‘ ist die außergewöhnlich lebhafte, leuchtend jadegrüne Blattfärbung: Während viele Anubias-Varietäten eher in tiefen, dunkelgrünen Tönen erscheinen, zeigt ‚Jade Leaf‘ eine helle bis sattgrüne Farbe von hoher Brillanz, die an den Farbton von Jadeit erinnert. Besonders im Neuaustrieb erscheinen die Blätter in einem hellen, fast transparent wirkenden Gelbgrün, das sich mit zunehmender Reife zu einem satten, klaren Grün vertieft. Diese Farbdynamik verleiht der Pflanze auch in rein grünen Aquarien und Paludarien eine auffällige visuelle Präsenz.
Anubias ist eine Gattung langsam wachsender, rhizomatöser Sumpf- und Wasserpflanzen aus der Familie der Araceae (Aronstabgewächse). Die Heimat der Gattung liegt in den tropischen Fließgewässern, Bachläufen und Uferzonen Zentralafrikas und Westafrikas, von Kamerun und Nigeria über Gabun bis in das Kongobecken. In ihrer Heimat wachsen Anubias-Arten sowohl vollständig untergetaucht als auch emers an überfluteten Uferbereichen, was ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit an beide Haltungsformen erklärt. Das botanische Herzstück der Gattung ist der Rhizom: ein waagerecht wachsender, fleischiger Sprossachsenabschnitt, aus dem nach oben die Blätter und nach unten die Wurzeln austreiben. Das Verständnis dieses Merkmals ist für die erfolgreiche Haltung entscheidend. Der Rhizom darf unter keinen Umständen eingegraben werden. Er muss stets frei liegen und Kontakt mit Wasser oder feuchter Luft haben. Eingegrabene Rhizome faulen unweigerlich ab.
Im Aquarium (submers) gehören Anubias zu den lichtschwächsten Wasserpflanzen überhaupt und gedeihen hervorragend in schattigen bis mittelbeleuchteten Becken. Zu intensive Beleuchtung ist kontraproduktiv: Da Anubias extrem langsam wächst, können Nährstoffe aus dem Wasser nicht schnell genug verwertet werden, was Algenbefall auf den Blättern begünstigt. Idealerweise werden Anubias im Schatten schnell wachsender Pflanzen oder unter direkter Abschattung durch Einrichtungsgegenstände platziert. Die Gattung toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten: Empfohlen werden eine Temperatur von 22 bis 28 °C, ein pH-Wert von 6,0 bis 8,0 sowie eine Wasserhärte von 2 bis 20 °dGH. CO₂-Düngung ist nicht zwingend erforderlich, kann das ohnehin langsame Wachstum jedoch moderat fördern. Grundsätzlich gilt: Anubias werden niemals in den Bodengrund gepflanzt. Sie werden ausschließlich auf Hartscapematerialien wie Aquarienwurzeln, Treibholz, Lavastein oder anderen porösen Steinen befestigt. Die Wurzeln umschließen das Material im Laufe der Zeit von selbst und verankern die Pflanze dauerhaft.
Im Paludarium und Feuchtterrarium (emers) entfaltet Anubias sein volles Potenzial. Emers gehaltene Exemplare wachsen deutlich schneller als ihre submersen Artgenossen und entwickeln häufig größere, kräftigere Blätter. Zudem blühen Anubias emers erheblich bereitwilliger. Der typische Aronstabblütenstand aus Spatha und Spadix erscheint bei guter Pflege regelmäßig und ist ein sicheres Zeichen für optimale Haltungsbedingungen. Entscheidend ist eine hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 %, die den natürlichen Lebensraum an tropischen Bachufern imitiert. Helles, indirektes Licht wird emers deutlich besser vertragen als submers, direkte Mittagssonne sollte dennoch vermieden werden. Die Idealtemperatur liegt bei 22 bis 30 °C. Als Befestigungsuntergrund eignen sich Korkrückwände, Baumfarnplatten, feuchter Lavastein, naturbelassenes Treibholz oder Sphagnummoos. Die Wurzeln durchwachsen das feuchte Material selbstständig und verankern die Pflanze sicher.
Für die Befestigung auf Holz, Wurzeln und Steinen stehen bewährte Methoden zur Verfügung, die sowohl submers als auch emers zuverlässig funktionieren. Die klassischste und schonendste Variante ist das Binden mit dünner Angelschnur oder Nylonfaden: Der Rhizom wird locker, aber sicher am Zielobjekt fixiert. Nach vier bis acht Wochen hat die Pflanze genug Haftwurzeln gebildet, um das Material selbstständig zu umschließen. Alternativ eignet sich Baumwollfaden, der sich nach einigen Wochen im Wasser von selbst zersetzt und bis dahin als temporäre Halterung dient. Die im Aquaristikbereich wohl verbreitetste Methode ist das Kleben mit Cyanoacrylat-Gel: Nach dem Aushärten ist das Gel vollständig wassersicher und für Fische, Garnelen und Pflanzen unbedenklich. Zieloberfläche und Rhizombasis werden kurz angetupft, ein kleiner Tropfen Gel aufgetragen und der Rhizom für zehn bis fünfzehn Sekunden fest angedrückt. Besonders auf porösen Lavagesteinen und Treibholz entsteht durch die raue Oberfläche eine mechanisch sehr stabile Verbindung, die durch aufwachsende Wurzeln zusätzlich gesichert wird. Für größere Exemplare bieten sich transparente Kabelbinder an: schnell angebracht, dauerhaft stabil und im Becken nahezu unsichtbar. Im Paludarium lassen sich Anubias zudem elegant in Javamoos oder Sphagnummoos einweben. Den Rhizom auf die Moosauflage legen, leicht bedecken und mit Faden fixieren. Die Wurzeln durchwachsen das Moos binnen weniger Wochen vollständig.
Unser Tipp: Der häufigste Fehler bei der Anubias-Haltung ist das Eingraben des Rhizoms in den Bodengrund, was unweigerlich zu Fäulnis führt. Beim Kleben mit Cyanoacrylat sollte der Kleber ausschließlich punktuell und unterhalb der Blattansätze eingesetzt werden, da überdeckte Rhizombereiche im Wachstum gehemmt werden. Submers gilt: lieber weniger Licht als zu viel. Bei bestehendem Algenbefall auf den Blättern betroffene Blätter konsequent entfernen und die Beleuchtungsdauer reduzieren. Emers ist auf direkte Luftzüge zu achten, die die Luftfeuchtigkeit absenken und zu eingetrockneten Blatträndern führen können.
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