Description
Begonia sp. Kapuashuluensis / Temuyuk ist eine noch nicht formal beschriebene Wildart aus dem Kapuas-Hulu-Distrikt im indonesischen Teil Borneos, Provinz Kalimantan Barat. Der Handelsname verweist direkt auf ihr Herkunftsgebiet, wie es bei vielen der über 600 erwarteten, endemischen Begonienarten Borneos üblich ist. Unter dem Alternativnamen ‚Temuyuk‘ ist dieselbe Pflanze ebenfalls im Sammlungshandel bekannt, wobei beide Namen dieselbe Herkünfte bezeichnen. Die Art gehört zu den am stärksten nachgefragten Borneo-Begonien im Terrarienhandel überhaupt, und das hat einen sehr konkreten Grund: Kein anderes Mitglied der Gattung zeigt einen so ausgeprägten, so kräftigen und so reinen blauen Irisglanz wie diese Pflanze.
Dieser metallisch-blaue Schimmer der Blattoberfläche ist das bestimmende Merkmal der Art und lässt sich fotografisch kaum angemessen dokumentieren. Kameras und Handys scheitern daran regelmäßig. Wer die Pflanze das erste Mal live in der Hand hält und das Blatt in der richtigen Beleuchtung kippt, versteht sofort, warum sie Sammler begeistert und warum Exemplare dieser Art unter Liebhabern heiß gehandelt werden. Das Licht bricht sich auf der Blattoberfläche in einem tiefen, satten Blau, das je nach Winkel intensiver oder subtiler erscheint, aber stets präsent ist. Dieser Effekt wird durch nanostrukturierte Zellen in der Epidermis erzeugt, ein Phänomen, das bei einigen Waldbegonien Borneos bekannt ist und bei dieser Art besonders ausgeprägt auftritt.
Abseits des Iriseffekts zeigt Begonia sp. Kapuashuluensis / Temuyuk ein vielschichtiges Blattbild. Je nach Lichtverhältnissen und Blattreife wechseln die Blätter zwischen tiefem Dunkelgrün, Bronzegrün und sattem Rotbraun. Junge Blätter erscheinen oft in einem intensiven Kupferrot bis Weinrot, während ältere Blätter zunehmend dunkelgrün werden, den Irisglanz aber behalten. Die Blattoberfläche ist leicht bullat strukturiert, mit leicht erhöhten Feldern zwischen den Adern, was dem Blatt eine angenehme Textur gibt. Der Blattrand ist charakteristisch wellig bis unregelmäßig gezähnt. Die leuchtend roten Blattstiele sind ein weiteres dekoratives Merkmal und verleihen der gesamten Pflanze auch ohne Blüten einen ausdrucksstarken Auftritt.
Der Wuchs ist aufrecht bis halbaufrecht mit einem verzweigten, sukkulenten Stängel, der mit der Zeit verholzt. Die Pflanze baut eine kompakte, aber strukturreiche Form auf und eignet sich sowohl als Solitärpflanze im Terrarium als auch als Akzentpflanze in einem bepflanzten Paludarium. Im Laufe der Zeit bildet sie mehrere Triebe und gewinnt deutlich an Fülle.
In der Kultivierung gelten die für Borneo-Begonien typischen Anforderungen. Gedämpftes bis mäßig indirektes Licht ist ideal. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, da sie das Blattgewebe verbrennt und den Irisglanz dauerhaft beeinträchtigen kann. Die Luftfeuchtigkeit sollte dauerhaft zwischen 70 und 90 % liegen. Temperaturen zwischen 20 und 27 °C haben sich bewährt. Starke Temperaturschwankungen sind unbedingt zu vermeiden. Das Substrat muss sehr gut drainierend und locker sein. Kokoshumus mit einem Anteil Perlit oder Lavagranulat hat sich in der Kultivierung bewährt. Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule. Gute Luftzirkulation ist entscheidend: Die Blätter dürfen nicht dauerhaft nass bleiben, da sonst Pilzprobleme entstehen können. Ein belüftetes Terrarium oder eine Feuchtigkeitsbox mit regelmäßiger Lüftung sind ideal.
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